Hauptgeburtsmonat für Igel

Im August und September werden die kleinen Stachelritter geboren

Foto: Jungigel bei der Flaschenaufzucht. Autor: NABU Artenschutzzentrum, Bärbel RogoschikHannover - Morgens ist es schon deutlich kühler, der Herbst rückt immer näher und ein sympathischer Vierbeiner rückt in den Fokus der Öffentlichkeit, der Igel. Täglich erreichen die Mitarbeiter des NABU-Artenschutzzentrums Anfragen ob junge Igel aufgenommen werden können, die auf Grund von Hundebissen, Abtragen von Holzhaufen oder anderen  Lebensraumveränderungen aufgefunden wurden. „Werden bei solcher Aktionen Igelunterschlüpfe aufgedeckt, so ist das Nest mit den Jungen gleich wieder zuzudecken und vor Ort zu belassen“ rät Bärbel Rogoschik vom NABU-Artenschutzzentrum. „Igel stehen unter Schutz und dem Muttertier muss zwingend die Chance eingeräumt werden, sich um ihre Jungen zu kümmern.“ Gerade junge Igel werden leider vorschnell aus der Natur entnommen, obwohl die Tiere durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt werden und eigentlich nur in Ausnahmesituationen in Pflege genommen werden dürfen.

Was viele Menschen nicht wissen; achtzig Prozent der Igel werden in den Monaten August und September geboren. Die Jungtiere müssen sich somit in den Herbstmonaten ihr Überwinterungsgewicht erst anfuttern. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass junge Igel artuntypisch tagsüber auf Nahrungssuche gehen. Bis sich die Tiere in den Winterschlaf begeben, ist aber noch genügend Zeit um ein ausreichendes Fettpolster anzulegen.

Unterstützen kann man den Igel durch hochwertiges Hunde- oder Katzennassfutter sowie Wasser. Vielmehr profitieren die Tiere jedoch durch indirekte ­Hilfsmaß­nahmen. „Naturbelassene Gärten in denen die kleinen Vierbeiner viele Unterschlupfmöglichkeiten und Winterquartiere in Form von Buschwerk, Laub- oder Reisighaufen finden sind ideal“, erklärt Bärbel Rogoschik. Zusätzlich kann der Garten igelsicher gestaltet werden, indem jegliche Fallen wie Kellerschächte, -treppen oder Gruben abgedeckt werden. Eine Ausnahmesituation, in der ein Igel vorübergehend in Pflege genommen werden darf, besteht bei offensichtlich verletzten, kranken oder apathischen Tieren. In diesem Fall kann das NABU-Artenschutzzentrum sowie das Igelhaus in Laatzen kontaktiert werden.

Um einen vertieften Einblick in die Lebensweise und den Schutz von Igeln zu erhalten, können Sie die NABU-Broschüre „Der Igel – Artenschutz vor der Haustür“ gegen Einsendung von sechs Briefmarken zu 70 Cent beim NABU Niedersachsen, Stichwort „Igel“, Alleestr. 36, 30167 Hannover, bestellen.

Für Rückfragen: Bärbel Rogoschik, NABU Artenschutzzentrum, Telefon: 05373/6677, Telefax: 05373/1260, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!